Angeln

Seit vielen Jahren sind die Azoren eines der weltbesten Reiseziele für Big Game Angler. Die Azoren bilden einen Treffpunkt für viele Lebewesen des Meeres. Unterströmungen bringen nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche. Pflanzliches und tierisches Plankton gedeiht und bildet den Beginn der Nahrungskette. Wale, Delfine, Haie, Schildkröten, Mobularochen, Barrakudas, Bonitos und andere pelagische Fischschwärme tummeln sich deshalb in diesen Gewässern. 

Aus unserem Urlaubstagebuch zum Thema Angeln

Der letzte Abend ist angebrochen, wir machen uns auf den Heimweg zum Hafen Madalena. Die Ruten sind verstaut, lediglich eine Fliegen- und eine Spinnrute sind mit einem Köder versehen, die 25 m hinter uns durch das Wasser pflügen. Auf einmal springen tausende von Sardinen neben dem Boot. Endlich, mit drei Wochen Verspätung sind sie eingetroffen und mit ihnen die Marline, Bonitos, Thune, Wahoos und Bluefische. Sebastian und ich beobachten noch die Delfine, die sich ebenfalls den Magen vollschlagen als ein Fisch die Fliege nimmt. Anschlag, dann explodiert das Wasser. Ein Thun durchbricht die Oberfläche. Weitere Sprünge folgen, Sebastian kann dies mit der Kamera, die er noch in der Hand hat, um die Delfine zu fotografieren, festhalten. Die 8er RST Rute biegt sich halbrund, 150 m Backing sind schon in der Tiefe verschwunden. Es ist unmöglich den Fisch zu halten. Nach weiteren Sprüngen reißt das viel zu dünne Vorfach, ein ungleicher Kampf, 0,60 mm Monofil gegen geschätzte 100 kg Großaugenthun. Was ein Abschluss unseres Urlaubs auf den Azoren.

Doch gehen wir einige Wochen zurück: Seit vielen Jahren sind die Azoren eines der weltbesten Reiseziele für Big Game Angler. Die Azoren bilden einen Treffpunkt für viele Lebewesen des Meeres. Unterströmungen bringen nährstoffreiches Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche. Pflanzliches und tierisches Plankton gedeiht und bildet den Beginn der Nahrungskette. Wale, Delfine, Haie, Schildkröten, Mobularochen, Barrakudas, Bonitos und andere pelagische Fischschwärme tummeln sich deshalb in diesen Gewässern. 

Aus dem Internet konnten viele Informationen bezogen werden, auch günstige Flüge wurden gefunden. Bei der kurzen Überfahrt mit der Fähre vom Flughafen Horta auf Faial nach Madalena auf der Insel Pico bekommen wir einen ersten Vorgeschmack auf die Azoren. Wir erkunden die Insel und versuchen vom Ufer aus einige Fische zu erbeuten. Die Studenten der Universität, die auf der anderen Seite des Hafens bei der Thunfischfabrik in Madalena fischen, sind wesentlich erfolgreicher. 6 Bluefische zwischen 10 und 16 Pfund sind ihre Beute. Wir haben lediglich 3 Bisse, die Fische verabschieden sich aber nach kurzem Drill. Von den Studenten erhalten wir aber einige Informationen über die Seen auf Pico, deshalb sind wir am folgenden Tag am Lagoa do Capitão. Auch hier erwartet uns starker Wind, Wolkenfetzen fegen über den See, es ist ungemütlich kühl. Einige Würfe mit Fliegen- und Spinnrute, 3 Schwarzbarsche können den Ködern nicht widerstehen und werden nach gutem Kampf zurückgesetzt. Wir schätzen die Gewichte auf 3 – 5 Pfund. Da es hier wirklich ungemütlich ist, manchmal kann man keine 5 Meter weit sehen, beschließen wir, weitere Seen zu besuchen, wieder haben wir Erfolg. Einige Regenbogenforellen können gelandet werden. Alle Seen liegen in einer phantastischen Landschaft, bei schönem Wetter sind sie sicherlich eine gute Alternative wenn die Meeresangelei ausfallen muss.

Am Nachmittag ist es endlich soweit, wir treffen uns an der „Reef Cat“. Dieses Schiff ist ein sehr schneller Katamaran und hervorragend zum „Jigging und Schleppfischen“ geeignet. Wir entscheiden uns zuerst an einem Unterwasserberg vor der Insel Faial mit leichtem Gerät zu Pilken und auf der Rückfahrt nach Madalena wollen wir einige Wobbler beim Schleppen ausprobieren. Da in den Gewässern um Pico auch Berufsfischer nur mit Leine und Haken fischen dürfen, sind sowohl die Fischarten vielfältig als auch die zu erwartenden Bisse groß. Entweder man fischt vom verankerten Boot oder lässt sich driften. Die Tiefen variieren von 8 – 100 m. Unter anderem sind folgende Fischarten zu fangen:

  • Große Bernsteinmakrele (Greater amberjack, Seriola dumerili), wird bis zu 190 cm lang und bis über 80 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 35 kg.
  • Gelbflossenstachelmakrele (Guelly jack, White Trevally, Pseudocaranx dentex), wird bis zu 120 cm lang und bis über 18 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 4 kg.
  • Gelbmaul Barrakuda (Yellowmouth barracuda, Sphyraena viridensis), wird bis zu 130 cm lang und bis zu 9 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 3 kg.
  • Blaufisch (Bluefish, Pomatomus saltator) ), wird bis zu 130 cm lang und bis über 18 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 8 kg. Auf den Azoren wurden mehrere Weltrekordfische gefangen.
  • Gemeine Meerbrasse (Common seabream, Pagrus pagrus), wird bis zu 75 cm lang und bis über 7,5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 2 kg.
  • Echter Bonito (Skipjack tuna, Katsuwonus pelamis), wird bis zu 100 cm lang und bis über 20 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 5,5 kg.
  • Pelamide (Atlantic bonito (Sarda sarda), wird bis zu 90 cm lang und bis über 11 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 7,5 kg.
  • Brauner Zackenbarsch (Dusky grouper, Epinephelus marginatus), wird bis über150 cm lang und bis über 80 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 18 kg.
  • Großer roter Drachenkopf (Largescaled scorpionfish, Scorpaena scrofa), wird bis zu 55 cm lang und bis über 5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf Pico liegt bei 2 kg. Ein sehr sehr guter Speisefisch, aber Vorsicht: Sowohl bei der Rückenflosse als auch bei der Afterflosse sind einige Strahlen zu Giftstacheln ausgebildet, die er bei Gefahr aufstellt. Das Gift kann auch für Menschen tödlich sein. Es verursacht sofort sehr heftige Schmerzen, die lange anhalten können.
  • König Sägebarsch (Blacktail comber, Serranus atricauda), wird bis zu 50 cm lang und bis 3 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 1,5 kg.
  • Natürlich gibt es noch diverse andere Fischarten beim Jiggen zu fangen, u.a. diverse Makrelenarten.

Unser Kapitän Emanuel stoppt die Maschinen schon nach wenigen hundert Metern bei den Felsen vor dem Hafen von Madalena. Die Drift bei auflaufendem Wasser ist beträchtlich. Die kleinen, schlanken, 75 und 100 g Pilker werden in 25 m Wassertiefe angeboten. Natürlich hat Katharina wieder die ersten Bisse und kann zwei König Sägebarsche landen. Mit 40 cm Länge erscheinen sie mir nicht besonders groß. Andree Alcantara meint jedoch, dass sie kapital wären und wir sie unbedingt für das Abendessen behalten sollten, da sie ausgezeichnete Speisefische seien. Ein grauer Triggerfisch folgt den beiden Barschen in die Fischkiste. Der Motor wird wieder angeworfen, wir fahren zum Unterwasserberg vor Faial.

Vor Ort sind schon zwei Berufsfischer, die jeweils einen White Trevally an ihren Handleinen drillen. Wir schätzen das Gewicht auf über 10 Pfund. Sie fischen mit Sardinen als Lebendköder. Die See wird wieder rauher. Unsere Pilker finden keinen Interessenten, also muss die Taktik geändert werden. Mit einem Heringssystem fangen wir einige Bastardmakrelen, mit den Filets garnieren wir die Drillinge. Schon nach wenigen Minuten der erste Biss. Fast 20 Minuten erleben wir einen aufregenden Drill. Selten habe ich einen Fisch dieser Gewichtsklasse so kämpfen sehen. Das Gaff beendet den Kampf, ein White Trevally von vielleicht 9 Pfund liegt vor uns. Anscheinend steht der Schwarm direkt unter uns, Biss auf Biss erfolgt, immer folgen einige Trevallys dem gehakten Fisch. Die Sonne steht schon sehr tief als wir uns auf den Rückweg machen. Ein Meerforellenblinker und 2 Wobbler, ein flach- und ein tieflaufender, folgen der Reef Cat im Abstand von 25 -  45 m. Zwei Barrakudas und eine spanische Makrele können nicht widerstehen. Einen großen atlantischen Bonito verliere ich nach kurzem Drill. Wir machen in den folgenden Tagen noch zwei Ausfahrten, immer mit gutem Erfolg. Erwähnenswert ist vielleicht noch der Biss eines Zackenbarschs. Die Schnur hat gehalten, doch nach mehr als einer Stunde Drill kam der Pilker mit zwei aufgebogenen Haken nach oben, schade, es wäre die Krönung dieser Angeltage gewesen.

Karsten und Stephanie Spilker hatten Anfang Juni 5 Tage Zeit, sich die Insel mit vielfältigen Möglichkeiten, nicht nur zum Hochseeangeln, anzusehen. Und so ging es für uns ein weiteres Mal auf die Azoren.

Nach dem Check aller zur Verfügung stehenden Unterkünfte, einer Inselrundfahrt und einer Whalewatching-Tour bleibt noch Zeit für 3 Ausfahrten zum Fischen. Wieder sind wir mit der Reefcat unterwegs, einem 12 m langen Katamaran mit 2 mal 320 PS Motoren. Beim Whalewatching bläst der Wind mäßig, der Himmel ist bedeckt und die Wellen wieder einmal smart, wir werden ein wenig durchgeschaukelt. Trotzdem sehen wir Delphine und Pottwale sehr nah am Boot, im glasklaren Wasser. Überall ist Krill an der Oberfläche, diese kleinen Garnelen bilden die Hauptnahrung der Bartenwale.

Die Unterwasserlandschaft des mittelatlantischen Rückens ist verantwortlich für die Artenvielfalt im Wasser. Kalte Tiefseeströmungen
treffen auf das Unterwassergebirge. Strömungen, teilweise aus mehr als 1000 m Tiefe bringen das nährstoffreiche Wasser an den Hängen der Unterwasservulkane zur Oberfläche, die Nahrungskette explodiert.
Alle Endverbraucher sind anwesend. Wale, Delphine, Schildkröten, Haie, Seevögel, Thunfische, Mobularochen und Unmengen an Fischen, die zu beträchtlichen Größen anwachsen. Für uns Angler ein lohnendes Ziel.
Ab Februar bilden sich gewaltige Krillfelder. Das lockt die Bartenwale an. Sei, Fin, Buckel, Mink und Blauwale treffen sich zum großen Fressen. Es gibt nur sehr wenige Plätze auf der Erde an denen man so eine Artenvielfalt sehen kann. Für Wal- und Delphinbeobachtungen ist es für mich die beste erreichbare Stelle.

Wir haben uns entschlossen, in Küstennähe mit Naturködern zu fischen. Mark hat aus dem Supermarkt tiefgefrorene Garnelen besorgt. Während der Fahrt zum Angelplatz fertigen Karsten und ich einige Vorfächer an. Fluorcarbon, 0,50mm, 1,50 – 2,00 m lang mit zwei Seitenarmen, langschenkelige Salzwasserhaken der Größe 2/0. Gefischt wird in der Regel vom treibenden Boot in Tiefen von 15 bis über 300 m Tiefe. Wir haben uns einen relativ flachen Küstenabschnitt mit Tiefen von 15 – 55 m ausgesucht. Unter vielen anderen Arten sind zu fangen:

  • König Sägebarsch (Blacktail comber, Serranus atricauda), wird bis zu 50 cm lang und bis 3 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 1,5 kg
  • Gemeine Meerbrasse (Common seabream, Pagrus pagrus), wird bis zu 75 cm lang und bis über 7,5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 2 kg.
  • Meerbarsch (Offshore rockfish, Pontinus kuhlii), wird bis zu 40 cm lang und bis 1,5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 0,8 kg. Sie wachsen sehr langsam ab. Normalerweise fängt man sie unterhalb von 100 Metern. Sie sind ausgezeichnete Speisefische.
  • Blaumäulchen (Bluemounth rockfish, Helicolenus dactylopterus), wird bis zu 47 cm lang und bis 1,6 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 1,0 kg.  Sie wachsen sehr langsam ab. Normalerweise fängt man Blaumäulchen unterhalb von 150 Metern. Sie sind ausgezeichnete Speisefische.
  • Gabeldorsch (Forkbeard, (Phycis physis), wird bis zu 65 cm lang und bis 4,0 kg schwer, das Durchschnittsgewicht bei Pico liegt bei 2 kg.
  • Wrackbarsch (Wreckfish, (Polyprion americanus), wird bis zu 200 cm lang und bis über 100 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 25 kg
  • Meerbrasse (Blackspot seabream, Pagrus bogaraveo), wird bis zu 50 cm lang und bis 5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 1,5 kg
  • Brauner Zackenbarsch (Dusky grouper, Epinephelus marginatus), wird bis über150 cm lang und bis über 80 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 18 kg.
  • Großer roter Drachenkopf (Largescaled scorpionfish, Scorpaena scrofa), wird bis zu 55 cm lang und bis über 5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf Pico liegt bei 2 kg. Ein sehr guter Speisefisch, aber Vorsicht: Sowohl bei der Rückenflosse als auch bei der Afterflosse sind einige Strahlen zu Giftstacheln ausgebildet, die er bei Gefahr aufstellt. Das Gift kann auch für Menschen tödlich sein. Es verursacht sofort sehr heftige Schmerzen, die lange anhalten können.
  • Besonders in der Dämmerung oder bei Nacht fängt man:
  • Meeraal (Conger eel, Conger conger), wird bis über 300 cm lang und bis über 100 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 15 kg.
  • Mittelmeer Muräne (Mediterranean moray, Muraena helena), wird bis zu 200 cm lang und bis über 15,0 kg schwer, das Durchschnittsgewicht bei Pico liegt bei 8 kg.
  • Geißbrasse (White seabream, Diplodus sargus), wird bis zu 40 cm lang und bis 1,5 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 0,8 kg.  Sie sind ausgezeichnete Speisefische.

Egal wie die Garnelen montiert wurden, mit oder ohne Kopf, geschält oder im Rohzustand, die Fische bissen auf Alles. Viel länger hielten die Köder, wenn sie mit der Nadel aufgezogen und mit Gummi umwickelt wurden.

Am häufigsten gingen König Sägebarsche an den Haken aber auch Meerbrassen, ein White Travally und spanische Makrelen bissen. Nach 3 Stunden war der eigentlich großzügig bemessene Ködervorrat zu Ende und wir beschließen den Rückweg zum Hafen mit Schleppfischen zu verbringen. Karsten und ich montieren Wobbler, Mark hat lediglich einen rot/orangen Gummioktopus angeknotet, er meint, dass so die Berufsfischer Atlantische Bonitos fangen. Zusätzlich bringen wir eine Fliegenrute mit einem Riesenstreamer aus.

Mit welchen Fischarten kann man vor Pico beim Troling rechnen?

  • Gelbmaul Barrakuda (Yellowmouth barracuda, Sphyraena viridensis), wird bis zu 130 cm lang und bis zu 9 kg schwer, das Durchschnittsgewicht auf den Azoren liegt bei 3 kg.
  • Blaufisch (Bluefish, Pomatomus saltator) ), wird bis zu 130 cm lang und bis über 18 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 8 kg. Auf den Azoren wurden mehrere Weltrekordfische gefangen.
  • Echter Bonito (Skipjack tuna, Katsuwonus pelamis), wird bis zu 100 cm lang und bis über 20 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 5,5 kg.
  • Pelamide (Atlantic bonito, Sarda sarda), wird bis zu 90 cm lang und bis über 11 kg schwer, das Durchschnittsgewicht vor Pico liegt bei 7,5 kg.

Wir fangen aber auch Makrelen und König Sägebarsche auf die Wobbler. Glückskinder haben Bisse von Wahoos und diversen Thunfischarten, die meist an dem leichten Gerät nicht gelandet werden können.

Heute wollen wir es noch einmal an den Unterwasserbergen vor Faial versuchen. Karsten hat sich mit neuen Pilkern im sehr gut sortierten Angelgerätegeschäft in Madalena eingedeckt. Wir passieren die Höhlen und Grotten bei Horta. Sie sind ein ausgezeichneter Tauchplatz. Vor der Durchfahrt wieder viel Krill, auf den Felsen bunte Krebse.

Am Angelplatz sind heute vier Berufsfischer. Sie fischen wieder mit Sardinen. Und sie haben Erfolg. Viele Trevallies und Makrelen wandern in die Fischkörbe. Anscheinend hat Karsten mit seinen Einkäufen Recht gehabt. Schon beim zweiten Pilkversuch packt ein White Trevally zu. Ein langer, spannender Drill, nach 10 Minuten beendet das Gaff den Kampf. Dieser und ein weiterer werden unser Abendessen bereichern, weitere werden zurückgesetzt. Neben Sägebarschen und Makrelen kann Karsten auch zwei Kugelfische landen. Vollgepumpt mit Wasser leeren sie dieses über uns aus.

Kurz vor der Heimfahrt können wir noch sehen, wie ein Berufsfischer einen großen atlantischen Bonito fängt, was ein Kampf an der Handleine.

Der letzte Nachmittag vor der Abreise ist angebrochen, wieder einmal verging die Zeit viel zu schnell, die Erlebnisse werden jedoch lange vorhalten und machen Lust, bald wieder zu kommen. Unser Programm ist jedoch noch nicht beendet. Die neuen Partner von come2norway, DBM wollen mit uns noch eine Ausfahrt machen.

Die beiden Kapitäne, Pedro Januario und Luis Ermida haben mit ihrem Boot Blue schon einige Big Game Wettbewerbe gewonnen. Die Blue ist speziell zum Hochseefischen gebaut. Die Blue ist 8,80 m lang, sie wird mit zwei je 150 PS starken Motoren betrieben.

Wir sind erstaunt, nach einem Jahr sieht sie aus wie neu. Perfekt ausgestattet mit abnehmbaren Kampfstuhl, Kartenplotter, Radar, GPS und Autopilot sowie Tanks für Lebendköder und Aussensprenkleranlage zum Thunfischfang. An absolut perfektes Schiff zum Hochseeangeln aber durch den abnehmbaren Kampfstuhl auch zum Jigging, Schleppfischen und Grundangeln geeignet.

Luis erzählt, dass sie mit skandinavischen Gästen erst vorgestern einen Großaugenthun von 128 kg und einen riesigen Amberjack gefangen hätten.

Das Big Game wird normalerweise auf der Princess Alice, Condor, Azorenbank oder zwischen den Inseln Sao Jorge und Pico durchgeführt. Keiner dieser Plätze ist für uns in den verbliebenen paar Stunden zu erreichen. Princess Alice, Condor und Azorenbank sind zu weit entfernt, Fischen zwischen Pico und Sao Jorge ist aufgrund des falsch stehenden Windes unmöglich.

Schleppfischen, Jiggen oder Grundangeln im Süden von Pico sind die Alternativen. Wir entscheiden uns mit dem Naturköderangeln zu beginnen und dann vielleicht noch etwas zu Pilken. Als Pedro uns jedoch erzählt, dass wir in Tiefen von 60 – 350 m fischen werden, sind unsere Knie doch etwas weich. Dies hat sich jedoch sehr schnell gegeben als wir uns die Ausrüstung ansehen.

Hochwertigste Shimano Ruten aller Gewichtsklassen, von der leichten Pilkrute bis zur 130 lbs Big Game Rute. Das Jigging Equipment ist mit Shimano Stella Rollen, die Naturköderangeln mit elektrischen Shimanos betrieben. Es ist somit kein Problem auch Fische in sehr großen Tiefen mit Bleigewichten bis 1000 Gramm zu befischen. Pedro und Luis weisen noch darauf hin, dass möglichst viele Fische zurückgesetzt werden sollen da die Grundfische sehr langsam abwachsen.

Ein Offshore Rockfisch (es gibt keine deutsche Bezeichnung für diese Fischart) von 40 cm ist oft über 45 Jahre alt. Die Kapitäne empfehlen ihren Gästen deshalb den Fischen im Drill bei 15 – 20 m Wassertiefe eine Pause zum Druckausgleich zu gönnen.

Die 300 PS lassen die Blue über die noch immer hohen Wellen fliegen. Nach nur einer halben Stunde erreichen wir den ersten Angelplatz vor Sao Mateus. Die Drift ist perfekt, wir werden Richtung Meer getrieben. 200 m vor der Küste beginnen wir in 60 m Tiefe. Die Ruten sind mit einem selbstgeknüpften Naturködervorfach mit zwei Haken, beködert mit Tintenfisch, bestückt. Sehr schnell merken wir, dass dieser Köder nicht nur besser fängt als unsere Garnelen vom gestrigen Tag, am Haken ist er einfach unverwüstlich.

Die ganze Palette der am Grund lebenden Fische geht an die Haken, Offshore Rockfische (es gibt keinen deutschen Namen für sie), verschiedene Meerbrassenarten, König Sägefische, Blaumäulchen und und und. Teilweise sind sie nach Pedros Aussagen kapital, eine grandiose Fischerei, die ich so noch nicht erlebt habe. Die meisten Fische können unbeschadet zurückgesetzt werden, die anderen sollen heute Abend ein Festmahl ergeben.

Karsten lässt es sich nicht nehmen, mit der Shimano Stella Stationärrolle, auch in großen Tiefen, zu angeln. Bei den vielen Drills geht das mächtig in die Arme. Stephanie und ich bevorzugen die Elektrorollen.

Trotzdem ist eine Pause angesagt. Wie bei allen Ausfahrten mit der Blue haben die Kapitäne für eine volle Eisbox mit Getränken aller Art und Pico Käse, Schinken und frisch gebackenes Brot gesorgt. Mir schmeckt besonders der Käse mit kaltem Weißwein von Pico.

Beim Essen meint Stephanie, dass sie mit sich nicht zufrieden sei, sie hätte noch keinen großen Fisch gefangen. Das stimmt natürlich nicht, sowohl ihre Offshore Rockfish als auch die Meerbrassen waren kapital. Aber wahrscheinlich realisiert man das nicht, wenn diese Arten nur 30 – 40 cm lang werden.

Doch der Bann ist schon beim nächsten Versuch gebrochen, ein Großer Drachenkopf hat den Köder genommen und kann gelandet werden, nun strahlt sie. Ihr Fisch ist deutlich länger als 50 cm, obwohl dies seine Maximallänge sein soll. Auch Pedro fängt noch einen Drachenkopf, der länger ist.

Aus Wikipedia: „Der Große Rote Drachenkopf (Scorpaena scrofa), auch Meersau genannt, ist ein träger Bodenfisch. Der Drachenkopf kommt im Mittelmeer, im nordöstlichen Atlantik vom Senegal bis zu den Britischen Inseln, sowie bei Madeira, den Kanarischen und den Kapverdischen Inseln vor. Am häufigsten trifft man ihn auf felsigen, algenbedeckten Gründen an. Gelegentlich findet man den Großen Roten Drachenkopf aber auch auf Sandboden in 20 bis 500 Metern Tiefe. Der Fisch verharrt meist bewegungslos am Grund, wo er gut getarnt auf Beute lauert. Nur wenn er aufgestört wird, schwimmt er davon und sucht eilig ein neues Versteck. Der Große Rote Drachenkopf wird maximal 50 Zentimeter lang, bleibt für gewöhnlich aber bei einer Länge von 30 Zentimetern. Er hat einen robusten, kräftigen Körper, der seitlich etwas abgeflacht ist. Sein großer, breiter Kopf ist mit Stacheln bewehrt. Über den Augen und auf den Nasenlöchern sitzen tentakelartige Hautfortsätze. Auch das Kinn ist durch zahlreiche Hautlappen gekennzeichnet. Der Drachenkopf besitzt auffällig wenige, jedoch recht große Schuppen. Entlang der Seitenlinie sind es etwa 35 bis 40. Er hat große, breite Brustflossen und keine Schwimmblase, die er als Bodenbewohner nicht benötigt. Sowohl bei der Rückenflosse als auch bei der Afterflosse sind einige Strahlen zu Giftstacheln ausgebildet, die er bei Gefahr aufstellt. Das Gift kann auch für Menschen tödlich sein. Es verursacht sofort sehr heftige Schmerzen, die lange anhalten können. Noch nach Monaten können anfallartige Schmerzen und Kreislaufzusammenbrüche erfolgen. Das Serum gegen Steinfisch-Gift kann verwendet werden, es wird jedoch nur in Australien hergestellt und ist wegen geringer Haltbarkeit in Europa schwierig zu beschaffen. Da das Gift hitzeempfindlich ist, kann als Sofortmaßnahme mit ca. 50 °C heißem Wasser oder einer heißen Kompresse die Stelle behandelt werden. Diese Methode ist aber umstritten, da zu der Vergiftung noch eine Verbrühung durch zu heißes Wasser hinzukommen kann.“

Die meist rötlich-braune Färbung ist je nach Lebensraum sehr unterschiedlich. Der Fisch häutet sich in regelmäßigen Abständen – oft mehrmals im Monat. Nahrung: Krebstiere, Weichtiere, Fische. Der Große Rote Drachenkopf jagt während der Dämmerung und nachts. Als Lauerjäger verlässt er sich hauptsächlich auf seine perfekte Tarnung und wartet, bis potenzielle Beute − kleine Fische und Krebstiere − nahe genug an ihn herangekommen ist. Anschließend stößt der Drachenkopf blitzschnell darauf zu.

Der Drachenkopf ist ein guter Speisefisch. Große Exemplare werden im Ganzen gedünstet oder im Ofen gebraten. Vor dem Anrichten ist seine feste, ledrige Haut zu entfernen. Der Drachenkopf bekommt nach der Zubereitung eine dekorative rote Farbe.“ Pedro erzählt uns, dass der Rote Drachenkopf ein äußerst gesuchter Speisefisch ist, auf dem Festland werden 50 und mehr Euro pro Kilo bezahlt.

Plötzlich ein extremer Biss und ein spannender Drill. Wir sind überrascht als eine fast 1,70 m lange Muräne an der Oberfläche erscheint. Im Wasser benimmt sie sich ganz normal aber sobald sie halb aus dem Wasser ist verknotet sie sich mehrfach, ein sehr akrobatischer Fisch. Es ist nicht einfach sie vom Haken zu lösen, um sie zurückzusetzen.

Ein unglaublicher Angelnachmittag, dennoch meint Pedro Januario, dass dies nur ein Ausweichplatz gewesen ist. Er wäre lieber mit uns an die Nordküste gefahren, hier sind seine Lieblingsplätze für riesige Amberjacks, Zackenbarsche, Bluefische, usw.

Wir freuen uns schon auf das Abendessen. Das Restaurante Arruda will uns den Fang zubereiten. Das Essen war ein Traum, die Großen Roten Drachenköpfe ein vorher nie gegessener Genuss. Nun weiß ich, warum die nach Hummer schmeckenden Fische so teuer sind.

Doch vorher werden wir auf dem Rückweg noch versuchen den einen oder anderen Bluefisch, Bonito, Barrakuda oder Atlantischen Bonito zu fangen. Aber es kommt anders.

Wir landen einen weiteren Drachenkopf. Pedro greift ihn mit dem Fish Grip und will ihn in die Fischkiste befördern. Der Fisch dreht sich dabei und verletzt Pedro leicht am Handballen. Die Hand schwellt sofort an, Pedros Schmerzen sind ihm anzusehen. Abbruch, kein Schleppfischen, Pedro muss zum Arzt. Nach unserer Rückkehr nach Deutschland habe ich mit ihm telefoniert. Alles war wieder ok.

Um zu sehen, was uns evtl. entgangen ist, haben wir als lieb gemeinte Entschädigung auch von Luis Bildern von Fängen aus diesem Jahr bekommen.

5 Tage vergehen viel zu schnell, beim Essen zeigt Luis uns Fotos vom Big Game fischen mit der Blue. Wir werden sicherlich bald wieder nach Pico reisen, um die Plateaus, Princess Alice, Condor und Azoren, kennenzulernen.

Luis hat sie folgendermaßen beschrieben:

Die Princess Alice Bank ist ein Tiefseeberg im Atlantik, der aus mehr als 2500 m Tiefe erwächst, mit einer sehr großen Fläche und geringer Wassertiefe. Im Westen beträgt die Tiefe lediglich 35 m, das Plateau fällt nach Osten auf eine Tiefe von 500 m ab. Die Gesamtfläche der Princess Alice Bank ist über 100 Quadratkilometer groß. Das Plateau liegt ca. 95 Kilometer südwestlich von Pico. Das Wasser ist hier sehr klar, 40 m Sichtweite beim Tauchen unter Wasser sind von Juni bis September die Regel.

Vom Boot aus ist der Meeresgrund an den flachen Stellen einzusehen. Aus den Tiefen (über 2500 m) des Atlantik drückt die Strömung unglaublich nährstoffreiches Wasser an den Flanken des Unterwasserberges an die Oberfläche. Dies ermöglicht die Artenvielfalt.

Eigentlich können hier immer Schulen der riesigen Mobularochen und extrem viele pelagischen Fischarten. Big Game und Jigging wird hier praktiziert. Im Allgemeinen fischen wir hier auf die verschiedenen Marlin- und Thunarten, sowie Amberjacks, Wahoos und Barrakudas. Es gibt wenige Plätze auf der Erde, die bessere Bedingungen bieten. Immer wieder werden Marlins von 1000 Pfund gefangen. Wahrscheinlich das weltweit beste Gebiet für Großaugenthun und weißen Marlin.

Die Princess Alice Bank ist wahrscheinlich auch der bedeutendste Platz zum Tauchen im Atlantik. Viele Fernsehgesellschaften haben hier Unterwasserdokumentationen gedreht. Die Bank wurde während einer Forschungsfahrt von Prinz Albert von Monaco am 9. Juni 1896 entdeckt und nach seiner Tochter benannt. Seither galt der Platz als reicher Fanggrund für Fischer. Das Plateau kann nur bei stabilen Wetter-bedingungen angefahren werden, die Anfahrt dauert 3,5 bis 5 Stunden!!!

Die Condor- und Azorenbank lassen sich in 1,5 – 2,5 Stunden erreichen und zählen ebenso zu den besten Fanggebieten im Atlantik.

Pedro und sein Partner Luis fischen seit 20 Jahren zusammen. Regelmäßig werden auf der Blue einige Großaugenthunfische von 250 lbs., Blue Marlin bis 600 lbs. sowie sehr große Gelbflossenthunfische gefangen. Der größte Blaue Marlin, den die Crew der Blue landen konnte wog über 900 lbs.

Sternstunden hatten Gäste mit folgenden Fängen: 5 Großaugenthunfische, jeweils schwerer als 250 lbs. oder 1 Blauer Marlin, 5 Weiße Marlins und 2 Großaugenthunfische am gleichen Tag, auf Fliegenrute ein 75 lbs. Großaugenthunfisch.

Des Weiteren wurden auf der Blue gefangen:, 140 lbs. Great Amberjack, 25 lbs. Bluefish sowie ein 20 lbs. Gelly Jack. Beim Grundangeln gingen an den Haken: 9 lbs. Red Scorpion Fish, 45 lbs. Conger, 15 lbs. Red Snapper und 61 lbs. Grouper.

Was sollte man an Angelgerät mitbringen?

Wenn man ausschließlich von der Blue oder der neuen Tekila, benötigt man nichts. Die Blue ist z.B. ausgerüstet mit:

Für das Big Game Fischen

2 - Tiagra 130 lbs Rollen mit Tiagra X-TRA 130 lbs Ruten.

4 - Tiagra 80 lbs Rollen mit Tiagra X-TRA 80 lbs Ruten.

Die Rollen sind bespult mit Sufix Tournament IGFA Schnur. Die Schnüre werden mindestens einmal je Saison gewechselt

Eine sehr große Auswahl von Kunstködern der Marken: Zuker, Black Bart, Fronteira, Williamson, Moldcraft, IIland, Kona, Rapala, etc. ist an Bord.

Für die Angelei mit dem Pilker:

2 Shimano Stella 20000 SW Rollen

8 Shimano Saragosa 18000 FB Rollen

6 Shimano Spheros 14000 FB Rollen

4 Shimano Jigwrex heavy jigging 1,56m 90 lbs Ruten

4 Shimano Jigwrex medium/heavy 1,83m 60 lbs Ruten

4 Shimano Beastmaster medium 1,83m 40 lbs Ruten

4 Shimano Speedmaster medium 1,83m 30 lbs Ruten

 

Eine sehr große Auswahl /immer 120 oder mehr) von Kunstködern und Pilkern der Marken: Shimano, Daiwa, Evia, Williamson, usw. in allen gängigen Farben und Größen mit Haken der besten Qualität.  

 

Zum Naturköder- und Grundangeln:

4 Shimano Beastmaster Ruten 30/50lbs

4 Shimano Beastmaster Ruten 50/80lbs

6 Shimano Dendou Maru 4000 HP (Elektrorollen)

2 MIA Commander 5000

2 MIA Commander 8000

 

Vorfächer und Montagen bindet die Crew grundsätzlich selbst.

 

Für das Fischen mit der ReefCat oder kleineren Booten benötigt ihr folgendes:

Pilkrute 20 – 30 lbs., Stationärrolle 5000 oder 6000 bzw. Multirolle bestückt mit geflochtener Schnur guter Qualität 0,12 – 0,21 mm.

Diese Kombination kann auch zum Schleppfischen eingesetzt werden. Hierbei sollte ein Stahlvorfach 7 – 15 kg vorgeschaltet werden. Bei mir haben sich Rapala Wobbler (Tiefläufer) sehr bewährt.

Auch zum Naturköderangeln wäre o.g. Kombination geeignet.

 

Von der Küste bietet sich eine Brandungs- oder Spinnrute mit WG 80 – 120 g an, Stationärrolle 5000 oder 6000 bzw. Multirolle bestückt mit geflochtener Schnur guter Qualität 0,12 – 0,18 mm.

Für das Fischen in den Bergseen: Fliegenrute Kl. 4/5 mit Trocken- oder Intermediate Schnur. Alle Arten von Trocken- oder Nassfliegen sowie Nymphen und kleine Streamer werden genommen. Spinnrute 2,40 – 3,00 m WG 5 – 20 g, Stationärrolle 1000 bzw. 2000.

Come2norway, Pico Sport und DBM Azores haben verschiedene Programme ausgearbeitet, die von come2norway angeboten werden sollen.

Als Hinweis:

SATA Airlines erlaubt zusätzlich zum normalen Gepäck von 23 kg kostenlos Angelgepäck von max. 10 kg. Dies muss vorher unbedingt schriftlich bei der Fluggesellschaft angemeldet werden.