Wander

Wer es sich zutraut, sollte die Besteigung des Mount Pico in Angriff nehmen.

Der höchste Berg Portugals ist ein Stratovulkan mit einer Höhe von 2351 m. Er ist der höchste Berg Portugals und des Mittelatlantischen Rückens und einer der höchsten Vulkane Europas. Auf der Spitze befindet sich ein Vulkankrater von 500 m Durchmesser und 30 Meter Tiefe und in ihm der Piquinho (Pico Pequeno), ein kleiner Vulkankegel, der sich 70 m erhebt und den eigentlichen Gipfel bildet. Die Besteigung ist ein Erlebnis das man sich nicht entgehen lassen sollte wenn man die Insel Pico besucht, so empfiehlt Pico Sport.

Früh am Morgen treffen Sie Ihre Führer bei Pico Sport und fahren mit dem Leihwagen zur Basisstation. Eine Runde durch das Besucherzentrum ergibt einen Einblick in die Geschichte und lässt erahnen, dass der Aufstieg nicht ganz einfach werden wird. Anscheinend ist auch auf den Azoren nicht immer dem Wetterbericht zu trauen. Schon nach den ersten Metern sind es an manchen wolkenbehangen Tagen gefühlte 3 Grad, weiter oben fühlt es sich noch kälter an. Gott sei Dank gibt es aber auch viele schöne und sonnige Tage mit warmer Luft. Der nicht ganz leichte Aufstieg ist eindrucksvoll aber auch anspruchsvoll, Sie kommen ganz schön ins Schwitzen. Sie wandern auf Vulkanschotter.

Aus unserem Urlaubstagebuch:

Nie vorher gesehene Farne und Moose bedecken den kargen Boden. Unser Führer erklärt uns, dass es auf den Azoren 70 endemische Pflanzen gibt sowie 400 Moos-Arten und 300 Farn-Sorten. Der Schlussanstieg auf den Pico Pequeno ist sehr kräfteraubend. Bei guter Sicht haben Sie den grandiosen Ausblick über die Nachbarinseln.

Natürlich unternehmen wir noch viele Dinge, Besteigung des Mount Pico, Schwimmen mit Delfinen, Schnorcheln, Wandern auf gut ausgeschilderten Wegen, Besichtigung der als Weltkulturerbe eingestuften Weingärten, Seekayakfahren sowie den Besuch von Thunfischfabrik und Weinkelterei. Natürlich haben wir auch einige der sehr guten Restaurants besucht und für kleines Geld ausgezeichnet gegessen.

Auf der Webseite von „visitazores“ findet man die Beschreibung etlicher Wanderwege: http://wanderwege.visitazores.com/de/wanderwege-der-azoren/pico

Wir sind vom See «Lagoa do Capitão», der in der zentralen Hochebene im Inland der Insel Pico liegt, nach «Cais do Pico» gewandert

Hier die Beschreibung des von uns gewählten Weges durch „visitazores“:

Der erste Teil des Weges verläuft auf einem breiteren Feldweg zwischen ungenutzten Weideflächen, wo unter anderen endemischen Arten einige Exemplare der großwüchsigen Waldzypresse zu finden sind.

Nach circa 1,5 Km wird der «Cabeço do Piquinho» umrundet und danach haben Sie einen herrlichen Blick auf die Nordküste der Insel Pico. Das Endziel dieser Wanderung fällt ins Auge – «Cais do Pico». Bei guter Sicht sind ebenfalls die Inseln São Jorge und Graciosa zu sehen.

Gleich darauf betreten Sie rechts eine Weidefläche. Sie laufen an der Mauer entlang bis zu einem Feldweg hinab, der vollständig im Schatten von zahlreichen endemischen Arten liegt, darunter unter anderem die Heidelbeere, die Waldzypresse, der Lorbeer-Schneeball, der Kreuzdorn und die Wolfsmilch. In Bodennähe sind kleinere Arten zu finden wie Azoren-Sanikel und verschiedene Orchideenarten. 

Es handelt sich um einen fast ursprünglichen Lorbeerwald und es ist besonders wichtig, nicht den markierten Weg zu verlassen, um Schäden in diesem so empfindlichen Ökosystem zu vermeiden, die durch Zertreten oder Abknicken von Zweigen entstehen. Sie können auf verschiedene Waldvögel treffen, darunter das Goldhähnchen, der kleinste Vogel Europas, der leicht an seinem gelben Fleck am Kopf zu erkennen ist.

Nach Verlassen des endemischen Waldes können Sie sich am Picknickplatz «A Fonte» erholen, wo es ein altes Trinkwasserreservoir gibt, welches «Cais do Pico» mit Wasser versorgte.

Man läuft auf einem breiteren Weg weiter und bei Ankunft in «Cais de Pico» finden Sie rechts den Eingang zur Grotte «Gruta das Canárias». Der Wanderweg endet etwas weiter vorne, neben dem Kloster «Convento de São Pedro de Alcântara».

Beim Ponta de Pico handelt es sich um einen basaltischen Stratovulkan mit einer Gesamthöhe von 2351 Metern und steilen Hängen. Sein letzter Ausbruch im Jahr 1963 ging einher mit einem Erdbeben. 1562 bis 1564, 1718 und 1720 gab es größere Ausbrüche, von denen noch heute der Weg der Lava zu sehen ist. Insbesondere beim Ausbruch von 1718 erstreckt sich diese über zehn Kilometer. Besonders bizarre Felsformationen entstanden dabei im Küstengebiet von Porto Cachorro im Norden, wo sich die Lavaströme über mehrere Wochen ins Meer ergossen.

Ebenfalls ihren Ursprung in einem Lavastrom hat die seit 1995 in einem kleinen Teil für Besucher zugängliche Gruta das Torres bei Criação Velha. Es handelt sich um den mit 5150 Meter langen Hauptgang um den größten Lavatunnel der Azoren. Er besteht aus einem großen Haupttunnel und verschiedenen Nebentunneln, die seitlich vom Hauptgang abgehen oder oberhalb verlaufen und trotz ihrer geringeren Abmessungen sehr vielfältige geologische Strukturen aufweisen. Zu den zahlreichen geologischen Formationen, die im Innern der Höhle zu bewundern sind, zählen verschiedene Arten von Stalagtiten und Stalagmiten, Lavabänke, Lavabälle, geriefte Wände und Pahoehoe-Lava.

Zum Interessantesten, was die Höhle zu bieten hat, zählen die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Lava auf dem Boden. Mal hat sich flüssige Lava unter einer dünnen und glatten, bereits erstarrten Oberfläche weiter vorwärts geschoben und dabei Wülste geformt - hierbei handelt es sich um Stricklava -, dann wieder ist die Oberfläche rau und unregelmäßig und weist scharfkantige Spitzen auf. In diesem Fall spricht man von Blocklava. Neben der Gruta das Torres besuchten wir noch die Höhle Frei Matthias. Der Weg zur Höhle Furna de Frei Mateis ist nicht beschildert und nicht leicht zu finden. Sie liegt etwa bei km 9,5 der Straße von Madalena zum Pico (EN3). Nur die ersten Meter der kilometerlangen Höhle sind für Spaziergänger begehbar. Neben diesen beiden Höhlen gibt es noch etliche, die von Besuchern besichtigt werden können. Bei starkem Wind, hohen Wellen oder Nebel eine echte Alternative zum Fischen.

Was ist sonst noch zu tun auf Pico? Mountainbikes sind bei etlichen Veranstaltern zu leihen. Bei schönem Wetter macht es Spaß durch die Vulkanlandschaft zu fahren. Weniger trainierte können dies auch mit den ebenfalls erhältlichen Motorrollern versuchen. Wir haben uns bei Pico Sport einige See Kajak geliehen, es war eine schöne Erfahrung damit entlang der Küste zu paddeln. An den Steilküsten, die zu Fuß nicht zu erreichen sind, konnten wir farbenprächtige Krebse sehen, wir begegneten Schildkröten und einmal besuchten uns auch Delphine. Natürlich sollte immer eine Spinnrute dabei sein, Barrakudas, eine spanische Makrele und einige Sägebarsche können einem Wobbler nicht widerstehen. Dies ist eine sehr preiswerte Möglichkeit, gutes Wetter vorausgesetzt, um vor der Küste zu angeln.